Detaillierte Beitrags-Information

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Beitragstitel Wissenschaftliche Untersuchung einer neuen, patentierten Steh-Sitz-Stütz-Dynamik am Büroarbeitsplatz
Autoren
  1. Boris Feodoroff Deutsche Sporthochschule Köln Vortragender
Präsentationsform Poster
Themengebiete
  • Gesundheit
Abstract-Text Sitzendes Verhalten rückt als eigenständiges Thema neben der Bewegungsförderung zunehmend in das gesundheitswissenschaftliche und gesellschaftliche Interesse. Neben der hohen Verbreitung sitzenden Verhaltens in den meisten Altersgruppen und in vielen Kontexten zeigen diverse Forschungsergebnisse einen eigenständigen gesundheitsriskanten Einfluss langer Sitzzeiten. Die negativen Folgen körperlicher Inaktivität sind umfassend und betreffen unter anderem das Muskelskelettsystem als auch das Herzkreislaufsystem.
Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) verbringt ein Büroangestellter in seinem Leben durchschnittlich rund 80.000 Stunden im Sitzen. Langes und andauerndes Sitzen mit mangelnder Dynamik belastet den Körper extrem. Langandauernde Phasen der Inaktivität müssen dementsprechend unterbrochen werden, um dem Körper adäquate Reize zu liefern und diesen funktionstüchtig, leistungsfähig und gesund zu erhalten. Als Ansatzpunkt zur Integration von mehr Bewegung in den Alltag bietet sich das Setting Arbeitsplatz an, da Erwerbstätige durchschnittlich den halben Tag an ihrem Arbeitsplatz verbringen und somit eine Vielzahl von körperlich inaktiven Menschen erreicht werden kann (Conn et al. 2009).
Für die betriebliche Gesundheitsförderung ist es wichtig zu wissen, dass es unterschiedliche Strategien gibt, um am Arbeitsplatz eine Veränderung des Sitzverhaltens anzuregen. So können z. B. Sitzzeiten verkürzt werden oder Sitzunterbrechungen stattfinden. Zum einen wird versucht das überdauernde Sitzen durch Bewegungspausen aufzubrechen. Zum anderen gibt es den Ansatz, das Sitzen als solches aktiver zu gestalten und dem Menschen während des Sitzens in seinen natürlichen Bewegungsabläufen zu unterstützen. Beide Ansätze versuchen körperliche Aktivität zu fördern und den Folgen des langandauernden Sitzens entgegenzuwirken.
Die vorliegende Studie untersucht die Nutzung eines neuartigen Stuhlsystems, welches die beiden Arbeitsplatzoptionen von herkömmlichen Sitzen und Stehsitzen in unterschiedlichen Höhen, versucht in nur einem Möbelstück zu integrieren.
Ziel muss es sein, den weitgehend unveränderten Kennzahlen zum Bewegungsverhalten an Sitzarbeitsplätzen entgegen zu wirken, und den Raum zwischen dem Sitzen und Stehen fest in die Basisergonomie eines Sitzarbeitsplatzes zu integrieren, sprich mehr Entlastungspositionen in vorhandene Haltungswechsel mit überdurchschnittlich hohen statischen Druckbelastungen.
Im Rahmen einer Bürosimulation kommen Verfahren des motion capturings (qualisys, SWE) sowie der Elektromyographie (noraxon, USA) zur Bestimmung der muskulären Aktivität zur Anwendung. Vor dem Hintergrund der Verhaltens- und Verhältnisprävention bietet das Stuhlsystem interessante Ansatzpunkte in der Verbindung von Design und Funktion.
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