Im Zentrum dieses interdisziplinären Panels stehen historische und gegenwärtige Transformationen harter Infrastruktur in chinesischen Gesellschaften und Gemeinschaften Ost- und Südostasiens (VR China, Taiwan und Malaysia). Mit ihrem jeweils spezifischen Blick der Geschichts- und Sozialwissenschaften analysieren die Beiträge Modernisierungsprojekte in Krisenzeiten, d.h. in Kontexten kalter und heißer Kriege, von innenpolitischen Spannungen und dem Klimawandel. Im Zentrum steht die Frage der ideengeschichtlichen Einbettung von Planung und Implementierung im sich wandelnden Spannungsfeld von „Moderne“ und Mensch-Natur-Beziehungen: Thorben Pelzer (CAU Kiel) untersucht die Modernisierung der Wasser-Infrastruktur in Nordwest-China in den 1940er Jahren als Teil der Verteidigungsmaßnahmen gegen Japan im Zweiten Weltkrieg. Josie-Marie Perkuhn (Universität Trier) nimmt am Beispiel von Offshore-Großprojekten Taiwans gegenwärtiges Streben nach nachhaltiger Energieversorgung und -unabhängigkeit in den Fokus und skizziert eine Energiewende im Spannungsfeld ökologischer und geopolitischer Anforderungen. Fabienne Wallenwein (CAU Kiel) diskutiert die gegenwärtige Entwicklung naturbasierter Stadtentwicklungsmaßnahmen in der VR China als Antwort auf Herausforderungen des Klimawandels. Dabei kontrastiert sie den rapiden landesweiten Ausbau „grauer“ Infrastruktur mit einer wassersensiblen Entwicklung in Folge von städtischen Überschwemmungskatastrophen am Beispiel der „Schwammstadt“. Der Beitrag von Ryanne Flock (JMU Würzburg) analysiert Diskurse zu Infrastruktur und Bodeneigentum in den „Chinesischen Neuen Dörfern“ Kuala Lumpurs der 1990er Jahre – eine Zeit, in der die malaysische Hauptstadt eine Politik der „global city“ verfolgte und gleichzeitig versuchte, interethnische Konflikte zu verhandeln.